Mülltrennung in Deutschland – andere Bundesländer, andere Regeln

Die Mülltrennung ist in allen deutschen Bundesländern Pflicht. Doch hier enden bereits die Gemeinsamkeiten. In den verschiedenen Bundesländern herrschen unterschiedliche Regelungen zum Thema Müll. Dies sieht man bereits daran, dass es keine einheitliche Mülltonnenbox oder Mülltonnenverkleidung gibt, sondern für jeden Bedarf unterschiedliche Größen und Anzahl der Plätze für die einzelnen Mülltonnen.

Die verschiedenen Mülltonnen

Die verschiedenen Mülltonnen sollten jedem bekannt sein: gelb, blau, grün und grau. Kann Mülltrennung so einfach sein? Das wäre zu schön um wahr zu sein. Es gibt da noch die braune, die orange, die rote und die schwarze Tonne. Doch das Schlimmste an der bunten Vielfalt ist, dass diese nicht einheitlich geregelt ist. Während die Farbe Gelb bundesweit (meistens) einheitlich für Kunststoff und Metall steht und Blau für Papier (gelegentlich ist Grün und Blau vertauscht!), sieht es mit den übrigen Tonnen schon komplizierter aus. Die übrigen Tonnen sind weder vollkommen einheitlich geregelt, noch sind sie in jedem Bundesland, tatsächlich nicht einmal in jeder Stadt oder Kreis vorhanden. Jedoch gibt es zumindest lokal feste Vorgaben dafür, welche die Mülltrennung vereinfachen.

Manche Farben bezeichnen den gleichen Müll

Manche der Farben bezeichnen den gleichen Müll und sind nur regional unterschiedlich gewählt. Sowohl die schwarze Tonne, als auch die graue Tonne sind für den Restmüll oder Hausmüll gedacht. Dabei handelt es sich um Müll der nicht verwertet werden kann und für den keine spezielle Versorgung vorgesehen ist. Sofern er korrekt getrennt wurde, landet er in der Müllverbrennung und erfüllt als Energielieferant einen letzten Zweck. Die Farben Grün und Braun bezeichnen ebenfalls die gleiche Sorte von Müll, nämlich den Biomüll. Eine kleine Ausnahme besteht bei Speiseresten und bei Tierkot. Speisereste dürfen nur in kleinen Mengen in die Biotonne, Tierkot gar nicht.

Orange und Rot – die Neuen

Eines der größten Probleme der Mülltrennung ist, dass viele Gegenstände aus verschiedenen Materialien bestehen. Sie landen oft versehentlich in der falschen Tonne oder aus reiner Verzweiflung gut versteckt im Restmüll. Viele Dinge sind bisher gar nicht über eine Tonne zu entsorgen. Batterien, Elektroartikel, CDs und ähnliche Materialkombinationen müssen zur lokalen Sammelstelle gebracht werden. Hier sollen die neuen Tonnen helfen. Beide haben einen ähnlichen Zweck und sind deshalb noch nicht klar definiert. Grob gesprochen gehören Plastik-Kombi-Abfälle in die orange Tonne und Elektro-Schrott in die rote Tonne. Überschneidungen mit der gelben Tonne oder zwischen Orange und Rot sind unvermeidlich.

Letztlich gibt es noch die Glastonnen, wobei diese öffentlich stehen und einheitlicher geregelt sind. Im Zweifelsfall dürfen bunte Gläser in die gleiche Tonne, wenn nur eine vorhanden ist.

Wieso das Chaos?

Abfallentsorgung ist für die Abfallentsorger ein Milliardengeschäft. Der Grüne Punkt und Tetra Pak sind zwei von neun Marken, die Rechte an Verpackungsproduzenten verkaufen. Die Marken besitzen meist Müllentsorger. Dazu kommt der Wert der Wertstoffe. Das Chaos mit den Tonnen ist die Verbildlichung des Konkurrenzkampfs verschiedener Systeme und Abfallentsorgungsunternehmen – und das nicht erst auf Ebene der Bundesländer.


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