IKEA will in weitere deutsche Städte expandieren

Die Deutschen lieben IKEA und IKEA liebt Deutschland.

Deshalb beabsichtigt der schwedische Möbelhändler, seine Präsenz in der größten europäischen Wirtschaft auszubauen.

Der Einrichtungsriese will in Deutschland mindestens ein neues Möbelhaus pro Jahr eröffnen, sagte Peter Betzel, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung. Er fügte hinzu, der Plan sieht insgesamt 20 Geschäfte vor.

Das schwedische Unternehmen hat eine schnelle Expansion hinter sich. Nachdem Ingvar Kamprad, der das Unternehmen 1953 gründete, den ersten Laden im schwedischen Almhult eröffnete, folgte er rasch mit weiteren Niederlassungen in Schweden und in Skandinavien.

Die Gruppe eröffnete 1974 ihre erste Filiale in Deutschland, bevor sie 1985 über den Atlantik in die USA zog.

IKEA befindet sich weiterhin in Privatbesitz mit einer Unternehmensstruktur, die auf die Beherrschung der Geschäftstätigkeit ausgerichtet ist. Der Möbeleinzelhändler hat ein ausgeprägtes Gefühl für soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit, die außerhalb der Investoren, so macht er sich Sorgen, möglicherweise nicht teilen.

In diesem Jahr investierte das Unternehmen 80 Millionen Euro in ein neues Geschäft in Hamburg und 120 Millionen Euro in ein anderes in Lübeck. Die Geschäfte in Bremerhaven und Kaiserslautern stehen als nächstes auf dem Erweiterungsplan von IKEA.

Auch wenn der Heimwerker eine tiefe Tasche hat, um seine Filialexpansion in Deutschland zu finanzieren, könnte es schwierig sein, attraktive Standorte zu finden. In München, der drittgrößten Stadt Deutschlands, lehnten die Bürger kürzlich ein neues Geschäft ab. “Es ist nicht so einfach wie früher, administrative Hürden zu überwinden”, sagte Betzel.

„IKEA ist immer noch klein. Wir sind erst am Anfang “, sagte der Vorstandsvorsitzende Peter Agnefjäll. Bis 2020 beabsichtigt die Exekutive, den Gewinn von 29 Milliarden Euro auf 50 Milliarden Euro zu steigern.

Deutschland wird bei der Erreichung dieser Ziele eine zentrale Rolle spielen. Angefjäll will den Marktanteil des Konzerns von 13 auf 25 Prozent und den Umsatz von 4,12 Mrd. Euro auf 8 Mrd. Euro steigern.

Das Land ist der größte Markt von IKEA mit 16 000 Mitarbeitern und 48 Geschäften, gefolgt von den Vereinigten Staaten.

 

Ikea ist noch klein, wir stehen erst am Anfang.

– Peter Agnefjäll, Vorstandsvorsitzender von IKEA

Neben dem Ausbau der Präsenz in ganz Deutschland will das Unternehmen über seine Kernzielgruppe – Verbraucher, die relativ preiswerte Einrichtungsgegenstände suchen – auch über diejenigen hinauswachsen, die bereit sind, für bessere Qualität mehr Geld zu zahlen.

“Früher gab es das Klischee von Studenten, die IKEA-Möbel wie z.B. einen IKEA Sitzsack oder gar einen Luftsitzsack kauften, um ihre ersten Wohnungen einzurichten”, sagte Sascha Tapken von der Online-Fachzeitschrift Möbelkultur. “Jetzt ist die Qualität viel besser und ältere Menschen könnten auch interessiert sein.”

Der Wettbewerb auf dem deutschen Einrichtungsmarkt ist hart, was nicht zuletzt auf zahlreiche Online-Händler zurückzuführen ist. Think Home24, bekannt für seine aggressive Werbung, hat IKEA direkt ins Visier genommen. Investoren bei Home24 sind die ehrgeizigen deutschen Brüder Samwer, die Gründer des Internet-Inkubators Rocket Internet.

Die starre Expansion von IKEA wird wahrscheinlich einige der Tausenden kleinerer deutscher Möbelunternehmen verdrängen, die kleine Geschäfte in ländlichen Gegenden in Deutschland haben, so Tapken.

“Die Anzahl solcher Geschäfte wird auslaufen”, sagte Tapken gegenüber der Handelsblatt Global Edition.

Außerdem hat IKEA begonnen, in die Innenstädte zu ziehen. Vor kurzem wurde ein Geschäft in einem ehemaligen Kaufhaus im Herzen von Hamburg eröffnet. Die meisten Verkaufsstellen befinden sich außerhalb von Großstädten, mit großen Parkplätzen und in der Nähe von Hauptstraßen.

Auch wenn die Einkäufer tendenziell weniger in den Innenstädten der Innenstadt verbringen als in den größeren Geschäften, wird der Schritt von IKEA, tiefer in Deutschland zu expandieren, einige lokale Konkurrenten laut Tapken mit Sicherheit verdrängen.


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